28.02.2017, Tag 48, Dunedin – Fairlie

Bei zunehmender Bewölkung fuhren wir zuerst nordwärts, der Küste entlang bis Oamaru. Ein hübsches Städtchen mit einem alten „Hafenquartier“, etwas vom Besten was wir hier auf der Südinsel bezüglich alter Bausubstanz gesehen haben.
Aber vorher machten wir noch einen Halt bei den Moreaki Boulders, halbkugelförmige Steine verschiedener Grösse, die am Strand eingebettet sind und sehr speziell aussehen. Der Entstehungsprozess scheint nicht ganz klar, soll aber u. a. mit chemischen Veränderungen zusammenhängen.
Nach Oamaro ging es dann westwärts ins Inselinnere, bei zunehmendem Sonnschein, dem mehrfach gestauten Waitaki River entlang.
Bei Omarama besuchten wir die auf privatem Grund stehenden Clay Cliffs, typische Erosionsergebnisse, die spektakulär aussehen, sie erinnerten mich etwas an den Brice Canyon in Utah. Hier erlebten wir endlich die Schafherde mit Hunden auf der Strasse, so wie wir uns das in NZ vorgestellt hatten 😉
Dann das letzte Stück wieder nordwärts an den Stauseen vorbei, zum (auch künstlichen) Lake Pukaki, der eine tolle Sicht auf den 3754 m hohen Mt Cook bot.
Dann via (eher enttäuschendem) Lake Tekapo über den 709 m hohen Burkes Pass nach Fairlie, ein eher verschlafenes Kaff.

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27.02.2017, Tag 47, Dunedin und Umgebung

Es war ein anstrengender Tag heute.

Morgens besuchten wir die Baldwin Street, es soll mit 38% Steigung die steilste Strasse der Welt sein und ist entsprechend im Guiness Buch eingetragen. Unser Toyota hat etwas gewimmert, als er hinauf musste.

Danach ging es weiter zum Tunnel Beach. Hier stiegen wir doch einige Höhenmeter hinunter zum, von Felsen eingerahmten, Beach – und der Zugang war zum Schluss nur durch den Tunnel möglich. Eindrückliche Perspektive.

Nach einem deftigen Lunch im Brauhaus ging es am Nachmittag los mit der geführten Wilderness Tour auf der Otago Halbinsel.

Zuerst ging es zu den Königsalbatrossen. Wir konnten sie am Ende der Halbinsel beobachten, wie sie mit ihrer bis zu 3,3m Spannweite den Wind suchten und sich höher tragen liessen.

Danach besuchten wir eine abgelegene private Bucht, in der es vor allem von jungen Seals (Pelzrobben) wimmelte. Sie trainierten, spielten und kämpften in gut geschützten Felsenpools, ins Meer werden sie von ihren Mütterm erst mit etwa 9 Monaten gelassen.

Dann Weiterfahrt zur nächsten Bucht – zu den Sea Lions. Wir trafen 3 Kerle, die miteinander die Zeit verbrachten und rauften. Sie warteten auf den Zeitpunkt, um endlich ins Wasser zu gehen und das Dinner zu jagen.

Nach Sonnenuntergang folgte der Höhepunkt: wir besuchten und beobachteten aus angemessener Entfernung die Gelbaugenpinguine am Strand.

Eine sehr bedrohte Art mit speziellem Verhalten. Generell asozial, mindestens 20m Abstand zu den Nachbarn, nur beim Brüten finden sich zwei und kommen sich näher.

Einzigartig, wie die drolligen Kerle aus dem Meer steigen und mit vielen Pausen über den Strand watscheln.

Einige Pinguine standen bereits auf Steinen in der Höhe hinter dem Strand – sie sind bereits im Mauserungsprozess, wo sie die wasserdichten Federn und neu Fussisolierung für den Winter bekomnen. Der Prozess dauert 4 Wochen, sie stehen diese Zeit am gleichen Ort und Fressen nicht.

Auf der nächtlichen Rückfahrt, dann noch Eulen auf den Zaunpfosten – da hat alles gestimmt.

26.02.2017, Tag 46, Dunedin und Umgebung

Nach einem Capuccino und einem kurzen Sight Seeing in der beinahe menschenleeren Stadt, besuchten wir das Aktionsschiff „Steve Irvin“, BJ1972, der Sea Sheperds (eine Umweltschutzorganisation), das für zwei Tage hier in Dunedin Zwischenhalt machte und Stunden der offenen Türe anbot. Die letzte Mission (Nemenis) führte sie in die Antarktischen Gewässer, wo die Japanische Walfangflotte, die unter dem Vorwand, wissenschaftliche Studien zu betreiben, hunderte von Walen (auch in australischen Schutzzonen) erlegt. Die Sea Sheperds, ausgerüstet mit schnellen Gummibooten und einem Helikopter, versuchten die Aktivitäten der Japaner zu dokumentieren und wirksame Pressekampagnen zu generieren. Die Crew besteht aus 37 Personen, alles Freiwillige, inklusive Captain und Helipilot; sie arbeiten in 8 Stunden-Schichten, die minimal aus je 4 Personen besteht. Ein Tag einer solchen Operation, diese dauerte 73 Tage, soll etwa NZD 8000.- kosten, da besteht schon Spendenbedarf! Interessant war, dass ich 3 Crew-Mitglieder fragte, was denn die Kosten seien, und erst als ich mit dem Media Producer sprach, konnte er Zahlen angeben.

Auf die Frage, ob er schon mit Japanischen „Kollegen der anderen Seite“ habe sprechen können, meinte er, nein, aber es sei schon so, dass dieser Walfang von der Regierung gebilligt, wenn nicht angeordnet sei und ihre Aktionen als Terror actions tituliert würden. Wie es die Japanische Bevölkerung sehe, konnte er mir nicht sagen, aber wer weiss, vielleicht kann ich solche Fragen etwas später stellen.

Wohin sie als nächstes auslaufen würden, fragte ich ihn, und er meinte, dass würde von ihrem Management erst in letzter Minute bekannt gegeben, vermutlich taktische Gründe, dachte ich.

Interessant, wenn nicht gar schizophren oder besser paradox (vielleicht passt auch ein anderes Wort?) ist, dass Sea Shepherd ehemalige Walfangschiffe verwendet, um heute gegen die Walfänger anzukämpfen. Genau, was ist komisch? Dass die Antihelden mit Booten kämpfen, an denen schon jede Menge Walblut klebt oder ist es eher umgekehrt, um all die leidenden und blutenden Wale zu „rächen“ ist das genau die richtige Plattform. Ich weiss es nicht.

45 Minuten auf dem Schiff, ein paar Präsentationen und ein Gespräch mit dem Media Producer, das fand ich schon eindrücklich. Es scheint, dass die Leute, und ich spreche auch von Ü50, hier eine Passion zeigen, die vielleicht etwas radikal ist, aber Resultate zeigt, so hoffe ich jedenfalls. Ich habe (noch) nicht gespendet.

Kurze Pause, dann ging es weiter mit dem „Taieri Gorge Train“, der uns von Dunedin eben diese 56km lange Schlucht hinauf und wieder zurück fuhr. Das Ganze dauerte gute 4 Stunden und die Aussichten waren gut. Nicht ganz Rhätische Bahn, aber schön für NZ, dass sie diese Strecke nach deren Schliessung 1990 jetzt für Touris wieder zum Leben erweckt haben. Ursprünglich, nach einer Bauzeit von 1879 bis 1921, verbanden 235 km Schiene, vor allem für Fracht, Dunedin mit Cromwell im Zentrum der Südinsel.

25.02.2017, Tag 45, Invercargill – Dunedin

Wir haben endlich Gewissheit: Scheibenwischer und Heizung funktionieren in unserem Auto. Es hat doch tatsächlich geregnet und die Temparatur ist auf etwa 17 Grad gefallen.
Zuerst fuhren wir der Südküste entlang und besuchten den „Petrified Forest“, versteinerte Bäume, die in der Curio Bay liegen. Sie sind nur 1 Stunde vor und Eine nach Ebbe gut sichtbar, also hatten wir vorher den Tidenkalender konsultiert 😉 Hat geklappt.
Das nächste Highlight hätten die Cathedral Caves sein sollen, grosse Höhlen, auch direkt in einer Bay mit Zugang nur bei Niedrigwasser. Hier war das Tor schon zu, wir waren zu spät.
Weiter durch die reizvollen Catlins, Hügel, die etwas an die Yorkshire Dales erinnern, nach Owaka, wo die Maoris ihre Kanus gebaut und repariert haben. Aber nicht die Bootsbauer waren im Mittelpunkt, es waren mittelalterliche Töffli- und Rollerfahrer zum Teil in Kostümen. Sie erzählten, dass sie eine „Cancer Charity Tour“ unternehmen und nach Bluff (sicher 80km) fahren würden. Good luck!
Dann ging es direkt nach Dunedin, eine von Schotten gegründete und nach dem Vorbild von Edinburg (gälisch Dun Edin) aufgebaute Stadt. Hier sieht es etwas Englisch aus und der Bahnhof im flämischen Renaissance-Stil ist gross und bemerkenswert. Wir werden hier 2 Tage verbringen und die Gegend etwas erkunden.

 

24.02.2017, Tag 44, Invercargill und Umgebung (Steward Island)

Kurze Fahrt nach Bluff, dem Hafenstädtchen südlich von Invercargill, wo auch die Aluminiumschmelze NZAS in Tiwai, die die Kiwis in einer Kooperation mit den Japanern betreiben und einen guten Anteil der Südinselstromproduktion frisst (u.a. wurde das unterirdische Kraftwerk am Lake Manapouri für die Versorgung der Schmelze gebaut).

Aber wir waren wegen dem Katamaran in Bluff, der uns in einer Stunde über die höchstens 30 Meter tiefe Strasse von Foveaux, die Tasmanische See und Pazifik verbindet, nach Steward Island, der drittgrössten Insel von NZ, brachte.
Die Foveauxstrasse ist zwischen März und August bekannt für die Oyster Season, die Leute sind schon jetzt verrückt.

Die Insel ist ein Kanu- und Wanderparadies und Reservat für Vögel.

Wir unternahmen bei bestem Wetter eine Wanderung rund um Oban, besuchten Thule, Golden, Deep und Halfmoon Bay.
Wir sichteten Albatrosse (phantastisch ihnen beim Fliegen zuzusehen), Papageien und weitere Raritäten.
Trotz der recht südlichen Lage (öppe 47 Grad Süd), ist das Klima recht mild, das soll an warmen Meeresströmungen liegen.

Dann noch ein oder zwei IPAs in Oban, dem einzigen Dorf und Fähreanlegestelle, und mit der 17.00 Fähre kehrten wir wieder zurück nach Bluff.

23.02.2027, Tag 43, Manapouri – Invercargill

Heute ging es weg von den Bergen, immer mehr durch Ebenen, die von zunehmend flacheren Hügeln eingerahmt waren.
In Cliffden besuchten wir die erste Holzbrücke Neuseelands (die von Australien kennen wir ja schon), sie ist 110m lang, wurde 1899 gebaut und führt über den Waiau River, dem man ordentlich Wasser abgegraben hat, um die Seen für den Betrieb von Kraftwerken gefüllt zu halten.
In Tuatapere, einem unscheinbaren Kaff, kurz vor der Südküste, sind wir noch einem Hinweis von maps.me gefolgt und haben in einem Waldreservat den „Grossen Totara Baum“ besucht.
Danach den Stränden ostwärts der Südküste entlang, kurzer Stop im eher enttäuschenden Riverton, das eines der ersten Besiedlungen der Europäischen Sieder war und weiter bis Invercargill.
Wir haben für zwei Nächte ein gemütliches Appartment, wo wir auch kochen können und befinden uns nahe am Queenspark.
Der Park ist eine Mischung von Golfplatz, Langen Erlen, Kannenfeldpark und Meriangärten. Sehr hübsch angelegt, gewaltige Bäume, gross und offen, ein Genuss!

22.02.2017, Tag 42, Te Anau – Milford Sound – Manapouri

Wir fuhren in Te Anau früh weg, um unser Schiff in Milford sicher zu erreichen und unterwegs die schönen Ecken noch zu besichtigen.
Das begann mit der Knobs Flat, weiter zum Mirror Lake, an der Ostseite des einspurigen Tunnels (auf 945m), der die Südalpen durchquert. Hier warten die Keas (Bergpapageien), eine der intelligentesten Vogelarten, auf die Autofahrer und etwas Fressbares.
Dann durch den Tunnel und auf der Westseite bei Nebel durch den dichten Regenwald mit einem Halt bei „The Chasm“, einem eindrücklichen Wasserfall und Kessel mitten im Wald.
Dann war es soweit, wir erreichten Milford Sound, der eigentlich ein Fjord ist und nicht ein Sound, und bei immer mehr Sonne starteten wir zur Schifffahrt durch den etwa 15 km langen Fjord. Wasserfälle, steile bis 1000 m hohe Felswände und Robben waren die Szenerie.
Danach ging es den gleichen Weg wieder zurück und weiter bis Manapouri und wir haben ein Zimmer mit Lakeview!! Nur windet es so heftig, dass wir den Balkon kaum brauchen können ;-( Also besuchten wir noch in die Kirche, die zum Pub umgebaut wurde.